Vier Tage lang stand Rostock ganz im Zeichen der maritimen Tradition: Rund 500.000 Menschen haben die 35. Hanse Sail besucht und das weltweit größte jährlich stattfindende Treffen von Traditionssegelschiffen gefeiert. 120 Schiffe aus sieben Nationen, 20 Bühnen mit über 200 Künstlerinnen und Künstlern, sieben Veranstaltungsflächen mit etablierten und innovativen Formaten machten die Hanse Sail vom 6. bis 9. August zu einem maritimen Erlebnis für alle Gäste.
„Die 35. Hanse Sail hat eindrucksvoll gezeigt, dass Tradition und Innovation kein Widerspruch sind. Historische Schiffe, neue Veranstaltungsformate und das große Engagement von Vereinen, Institutionen, Unternehmen, Ehrenamtlichen und vielen weiteren Beteiligten haben unsere Stadt vier Tage lang geprägt. Die Hanse Sail ist weit mehr als ein maritimes Volksfest – sie bringt Menschen zusammen, stärkt Rostocks Identität und macht unsere Stadt weit über die Ostsee hinaus als weltoffene Gastgeberin erlebbar. Allen, die zum Gelingen dieses Jubiläums beigetragen haben, gilt mein herzlicher Dank“, sagt Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger.
Besonders gefragt waren erneut die Mitsegelangebote. Die Buchungszentrale des Hanse Sail Büros hat in diesem Jahr insgesamt 15.225 Mitsegeltickets für 372 Ausfahrten vermittelt. 277 Personen mussten aufgrund von Änderungen oder Ausfällen umgebucht werden. Damit konnten erneut tausende Gäste selbst Teil einer Crew werden und die Traditionsschiffe auf der Ostsee erleben.
Seefahrtstradition begeistert in Rostock
„Die Traditionsschiffe sind und bleiben das Herz der Hanse Sail. Wenn die großen Segel gesetzt werden, die Schiffe den Hafen verlassen und man an Bord erlebt, wie Wind, Wasser und Mannschaft zusammenspielen, wird maritime Geschichte unmittelbar erfahrbar. Genau diese besonderen Erlebnisse machen die Hanse Sail einzigartig. Dass auch zum 35. Jubiläum wieder so viele Menschen mitsegeln wollten, zeigt, wie groß die Begeisterung für die Seefahrtstradition ist“, sagt Bettina Fust, Leiterin des Hanse Sail Büros.
Zum Jubiläum setzte die Hanse Sail neben den Traditionsschiffen bewusst auch auf neue Perspektiven und Veranstaltungsformate. Vom Stadthafen über die Innenstadt bis nach Warnemünde und in den IGA Park bot die Hanse Sail ein vielfältiges Programm für unterschiedliche Zielgruppen. Nachhaltige Entertainment-Formate am Achterdeck, der Kreativ- und Designmarkt Moby Dick, der Science@Sail-Campus der Universität Rostock, das Minimatrosen-Fest im Kurhausgarten, der HanseFiSH an der Wal-Strandbar oder akustische Konzerte im Klostergarten haben neben vielen weiteren Arealen und Programmpunkten neue Impulse für das Publikum geboten. „Besonders freuen wir uns, dass die Innenstadt mit dem Moby-Dick-Markt, dem Regionalmarkt und der TOGGO-Tour viele Menschen begeistern konnte“, sagt Fust.
Hanse Sail wächst über maritimen Kern hinaus
Damit knüpfte die 35. Hanse Sail an die Entwicklung der vergangenen Jahre an: Die Veranstaltung wächst über ihren maritimen Kern hinaus, ohne ihn aus dem Blick zu verlieren. „Entscheidend ist dabei immer, dass die Schiffe und die Menschen an Bord im Mittelpunkt bleiben. Mein Dank gilt deshalb allen Crews, dem Hanse Sail Verein, unseren Partnern, Sponsoren und den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die diese vier Tage mit ihrem Engagement möglich gemacht haben“, sagt Bettina Fust.
Maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Durchführung der 35. Hanse Sail haben auch die Schaustellerinnen und Schausteller, die insgesamt ein positives Fazit ziehen. „Die Besuchsfrequenz war über die vier Tage hinweg gut und die Hanse Sail hat erneut viele Menschen auf die Veranstaltungsflächen gebracht. Gleichzeitig sind die gestiegenen Kosten für Sprit, Lebensmittel und Personal bei gleichzeitig steigender Preissensibilität der Besucherinnen und Besucher eine Herausforderung für die Unternehmen“, sagt Inga Knospe, Geschäftsführerin der Großmarkt GmbH Rostock.
Tourismus und Marine
Mit bis zu 500.000 Besucherinnen und Besuchern war die Hanse Sail erneut in der gesamten Stadt präsent. Die Gäste verteilten sich über die verschiedenen Veranstaltungsbereiche und erlebten Rostock von der Innenstadt bis zur Ostsee mit seinen vielfältigen Fascetten. Das maritime Großereignis lockte dabei nicht nur Einheimische, sondern auch zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland nach Rostock. Die Auslastung der Hotels lag bei über 95 %, die Parkhäuser und Park-&-Ride-Flächen waren größtenteils voll belegt.
Auch der Marinestützpunkt in Hohe Düne war sehr beliebt. Insgesamt sind ca. 22.000 Menschen von Freitag bis Sonntag auf dem Marinestützpunkt Hohe Düne und der Fregatte Brandenburg zu Gast gewesen. Das Interesse hat die Erwartungen des Marine übertroffen. Zwischenzeitlich musste der Parkplatz am Marinestützpunkt gesperrt werden, da keine Kapazitäten für weitere Gäste mehr zur Verfügung gestanden hat.
200 Beamte im Einsatz
Auch die Polizei zieht eine positive Bilanz der diesjährigen Hanse Sail. So wurden keine nennenswerten oder herausragenden Zwischenfälle verzeichnet. Die Veranstaltung verlief demnach insgesamt sicher und störungsfrei. Rund 200 Polizeibeamtinnen und -beamte waren dafür täglich im Einsatz und sorgten gemeinsam mit den weiteren Einsatzkräften für die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher.
Herausfordernd waren die Windbedingungen am Donnerstag und Freitag. So musste leider das Eröffnungsfeuerwerk über der Ostsee entfallen, da die Show, die von einem Schiff abgeschossen werden sollte, bei hohem Wellengang nicht durchführbar war. Auch die „Baltic Crossing Challenge“, bei der 18 Akteure auf Wassersportgeräten die Ostsee von Gedser nach Rostock überqueren wollten, war durch den Wind beeinflusst. Eine Person musste auf halber Strecke von Wasserschutzpolizei und DGzRS abgeholt werden, da sie aus eigener Kraft die Fahrt nicht fortsetzen konnte.
Die 35. Hanse Sail endet am Sonntagabend mit der Verabschiedung der teilnehmenden Schiffe und Crews. Nach vier ereignisreichen Tagen richtet sich der Blick bereits auf die nächste Ausgabe der Hanse Sail, die von 5. bis 8. August in Rostock stattfinden wird.