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9.-12. August 2018

Von hier nach da – die „Holland“: Rettungsschlepper, Fähre, Forschungsschiff

Die „Holland“, ein ehemaliger Bergungsschlepper aus den Niederlanden, ist dieses Jahr zum ersten Mal auf der Hanse Sail. In gerade einmal 57 Jahren hat das Schiff viel erlebt und konnte sich in breit gefächerten Einsatzgebieten beweisen

Die Holland auf einer ihrer Ausfahrten. Foto: Lutz Zimmermann

Wenn man dem großen schwarzen Schiff näherkommt, fühlt man sich gleich willkommen. Dass die „Holland“ für mehrere Zwecke gebaut wurde, sieht man erst beim genaueren Hinsehen. Denn der alte Bergungsjäger, wie Kapitän Joop Van Dijkev das Schiff beschreibt, war nicht nur auf Schnelligkeit bei der Seenotrettung ausgebaut. In den Sommermonaten, wenn aufgrund des günstigeren Wetters weniger Boote in Gefahrensituationen auf See gerieten, fuhr das Schiff als Fähre von seinem Heimathafen Terschelling zum Festland. Damals konnten bis zu 800 Gäste an Bord gehen. Der aufwendig gestaltete Salon der Ersten Klasse ist auch heute noch erhalten.

Mit der fortschreitenden Modernisierung der Schiffe kam die „Holland“ immer weniger als Bergungsschlepper zum Einsatz und änderte daher prompt ihr Einsatzfeld. Für die darauffolgenden 23 Jahre fungierte das Schiff als eine Art Forschungsschiff auf der Nordsee.

1998 stand das Schiff dann kurz vor der Verschrottung, doch der Kauf durch die Stiftung Zeesleepboot Holland konnte dies verhindern. Das Schiff wurde liebevoll restauriert und steht seitdem für Tagesfahrten mit bis zu 100 Gästen zur Verfügung.

Bootsmann Robert Balke, der wie die anderen Mitglieder der Crew ebenfalls ehrenamtlich auf dem Schiff arbeitet, beschreibt die „Holland“ auch als Schiff der Feierlichkeiten, von Hochzeiten und anderen Festen wird erzählt. Dabei erinnert sich Balke gerne an die Olympischen Spiele 2012 in London. Dort lag der Bergungsschlepper in der Küstenstadt Weymouth, wo die olympischen Segelwettkämpfe ausgetragen wurden. Diese wurden von den Niederländern dominiert, passenderweise wurde die Holland zum „Heineken House of Weymouth“ umbenannt, denn an Bord wurden sämtliche Siegesfeiern, auch mit Vertretern der niederländischen Politik, abgehalten. „Es war eine einzige riesige Party“, beschreibt Balke die Zeit bei den Olympischen Spielen.

Die gesamte Besatzung freut sich sehr auf ihre erste Hanse Sail. Sie hoffen, das Schiff bekannter machen zu können. Auf anderen maritimen Festen in Deutschland wie dem Hamburger Hafengeburtstag zählen sie bereits zu den Stammgästen und wollen in Zukunft auch wieder nach Rostock zur Hanse Sail kommen.


Frederike Schirra


MITSEGELN
während der Hanse Sail 2015

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