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6. - 9. August 2020

Besucherandrang beim Offenen Stützpunkt in Hohe Düne

Ganz konzentriert verfolgt der 9-jährige Landi Dahan aus Bartensdorf sein Manipulationsfahrzeug beim Durchqueren des abgesteckten Parcours. Es geht um Munitionsbergung.

Morten Zabel probiert den 30 Kilogramm schweren Schutzanzug aus. Foto: Wolfgang Dalk

Gleich hinter ihm klettert der Haldenslebener Morten Zabel (15) aus seinem Ungetüm von Schutzanzug heraus, schnappt erst einmal nach Luft. Er wollte „einfach nur mal in einem solchen Anzug stecken“. Im Nachhinein fand er es nicht so schlimm, wie er befürchtet hatte. Nur die „künstliche Luftzufuhr“ und das Gewicht des Anzugs von 30 Kilogramm hatten ihm Mühe bereitet.

Hauptgefreiter Nejmi Ezgün beantwortet geduldig seine Fragen zum Schutzanzug EDO-9, der bei der Munitionsbergung und -entschärfung zum Einsatz kommt. „Er soll vor allem vor Überdruck, Einschlag und Hitze schützen und hat deshalb einen Rücken- und integrierten Leistenschutz, Helm und Stiefel – all das macht eben das Gewicht aus. Erlaubt dem Soldaten aber auch größtmögliche Mobilität“. Schaut man dem jungen Mann zu, wie er wissbegierig dem Hauptgefreiten Fragen stellt, scheint er ganz angetan. Und: „Ich überlege ernsthaft, ob die Kampfmittelabwehr nicht doch etwas für mich ist.“

Was etwas für ihre 17-jährige Enkelin ist, danach erkundigen sich Sigrid und Wolfgang Wermter aus Dresden im Karrierecenter, der auf dem Gelände in Hohe Düne seinen Standort bezogen hat. „Die Enkelin hat es so mit der Elektrotechnik, Computern und Rechnern“, sagt der 79-jährige Wolfgang und bekommt vom Obergefreiten Nico Kaiser des Karrierecenters die passende Ermunterung. „Seit der Freiwilligkeit im Bund suchen wir natürlich händeringend nach Fachkräften in allen möglichen Fachrichtungen. Da ist Computertechnik nur eine von vielen.“ Das bestärkt die Wermters, zumal ihnen sehr sympathisch ist, „dass der Bund ein verlässlicher Arbeitgeber ist.“

Davon ist auch Ronny Joseph ausgegangen, als er vom Koch zu den Bundeswehr-Pionieren wechselte und nun in Stätten am kalten Markt unter anderem ein Manipulatorfahrzeug führt. Aus ganz anderen Erwägungen, aber mit gleichen Intentionen ist nach sechs Dienstjahren Hartmut Loose in die Reserve gegangen, hat eine eigene Marketing-Firma gegründet und weiterhin enge Arbeitsbeziehungen mit der Bundeswehr. „Wir haben ein gutes Agreement und es profitieren beide Seiten“, meint der Leutnant d. R., den es schon viele Jahre zur Hanse Sail zieht.

Markus Wolf ist bereits bei der Marine Smutje. Er wollte anlässlich Open-Ship der Korvette „Magdeburg“ seiner Frau Anja seinen Arbeitsplatz zeigen, „der nicht viel anders aussieht als hier auf der ‚Magdeburg‘“. Dann wird es auf einmal laut. Die Besucher erfahren, dass eine Hubschrauber-Übung im Gange ist, Kampfschwimmer werden eingesetzt, Fallschirmjäger kommen zum Einsatz und … Die Neugierigen sammeln sich, um diesen Höhepunkt im Offenen Stützpunkt der Marine mitzuerleben.

Wolfgang Dalk

MITSEGELN
während der Hanse Sail 2015

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