Wissenschaftler lassen es auf der Hanse Sail krachen

Hoch konzentriert und mit äußerster Präzision basteln Max (10) und Hans (8) an zwei Raketen. Die Geschosse aus Papier wollen sie anhand von Druckluft in den Himmel hinauf katapultieren.

Hans (8) und Max (10) machen ihre Raketen bereit zum Abflug. Mit Druckluft werden sie in die Höhe katapultiert. Foto: Susanne Gidzinski

„Wenn alles nach Plan verläuft können sie eine Höhe von mindestens 20 Metern erreichen“, berichtet Andrea Sengebusch. Sie ist Dozentin im Fachbereich der Physik der Universität Rostock und gehört zu den Organisatoren der „Science@Sail“. Die Studenten und Professoren haben im Max-Planck-Institut für Demografie ein buntes Programm aus Vorträgen und Experimenten zusammengestellt. Anfassen und Mitmachen sind hier strengstens erwünscht. „Wir wollen den Besuchern Wissenschaft auf eine besondere Weise vermitteln“, erklärt Sengebusch.

Und der Plan geht auf: „Das macht Spaß“, ruft Hans, nachdem er seine Rakete mit einem lauten Knall in die Luft befördert hat. Dabei staunt er nicht schlecht, als diese höher fliegt als das Geschoss seines Bruders. Fast wäre sie auf dem Dach gelandet. „Das wäre nicht die erste“, bestätigt Sengebusch. Nicht immer kommen die Raketen auf dem geraden Weg wieder hinunter. Wodurch sich vor allem Passanten in Acht nehmen müssen. „Es gab aber keine Verletzten“, versichert die Dozentin mit einem Augenzwinkern.

Nicht nur vor dem Institut geht es spannend zu. Im Inneren warten zahlreiche Experimente und Vorträge auf die Gäste. Sie geben Antwort auf die Fragen: Wie können Elemente Farbe machen? Wie entstehen sie und wird jedes Element ein Metall, wenn man es zusammendrückt? Anhand einer Nebelkammer werden unter anderem verschiedene Strahlungsarten aufgezeigt. „Das ist ein Nachweis für radioaktive Materialien“, berichtet Heidi Reinholz vom Institut für Physik.

Dass sich auf der „Science@Sail“ alles um Elemente dreht, sei kein Zufall, wie sie verrät. Das Periodensystem feiert in diesem Jahr seinen mittlerweile 150. Geburtstag. Und um das gebührend zu feiern, habe man das Thema in den Fokus der Veranstaltung gerückt.

Susanne Gidzinski