„Wir sind die freundliche Hafenbehörde“

Die Hafenmeister des Rostocker Stadthafens, Per-Olaf Altmann und Udo Dix haben in diesen Tagen viel zu tun: die 30. Hanse Sail wird am heutigen Donnerstag eröffnet. Trotz der hohen Arbeitsbelastung freuen sich beide darauf, wohl auch, weil sie ihre Arbeit mit einem ganz besonderen Motto angehen.

In diesen Tagen herrscht Hochbetrieb im Hafen. Auf dem Veranstaltungsgelände der 30. Hanse Sail werden Buden und Fahrgeschäfte aufgebaut und nach und nach machen die Schiffe im Hafen fest. Während für viele die Arbeit erst richtig losgeht, haben zwei ihre schon zum großen Teil erledigt: „Unsere Haupttätigkeit ist von Montag bis Donnerstag“, sagt Hafenmeister Per-Olaf Altmann. In diesen Tagen weist er zusammen mit seinem Kollegen Udo Dix den Teilnehmerschiffen der Sail ihre Liegeplätze zu, sie kümmern sich um die Strom-und Wasserversorgung der Schiffe und betreuen die Crews. Ab Donnerstag seien dann alle Schiffe da und jeder wisse wo er hingehöre. Generell sei die Arbeit während der Hanse Sail zwar stressig, unterscheide sich aber nicht großartig von ihren sonstigen Tätigkeiten: „Wir machen eine Hanse Sail das ganze Jahr, die Schiffe kriegen einen Liegeplatz zugewiesen“, sagt Altmann.

Dabei gäbe es allerdings viel zu beachten, beispielsweise dürften Rahsegler nicht nebeneinanderliegen, damit sie sich nicht ineinander verhakten. Genau so dürfe man Stahl-und Holzschiffe nicht zusammen auf einen Liegeplatz platzieren. Insbesondere zur Hanse Sail sei es nicht immer einfach alle Faktoren zu berücksichtigen; oftmals spielten auch private Belange der Skipper eine Rolle. Da ist das Arbeitsmotto der beiden sehr hilfreich: „Wir sind die freundliche Hafenbehörde.“ Wie es dazu kam, das erklärt Per-Ole Altmann: „Behörden sind ja angeblich immer unfreundlich. Wir versuchen freundlich zu sein und lösen jedes Problem.“ Generell sei das Verhältnis zu den Skippern während der Hanse Sail und auch im normalen Hafenbetrieb allerdings sehr entspannt, sie hätten mit „neunzig Prozent aller Segler und Schiffer ein super Auskommen“, so Udo Dix.

Besonders freut sich Altmann während der Sail auf die holländischen Schiffe. Deren Crews seien beim „Pakete bauen“, also der Verteilung der Schiffe, immer besonders entspannt: „Das ist diese geschmeidige Mentalität der Holländer. Da könne man auch schon mal sechs Schiffe nebeneinander legen, ohne, dass es Beschwerden gäbe. Von der Traditionsschifffahrt, die auf niederländischen und anderen alten Schiffen praktiziert wird, ist Altmann generell fasziniert: „Auf einem Segelschiff ist noch Seemannschaft gefordert, da muss jeder Handgriff sitzen.“

Unfallvermeidung als wichtigstes Kriterium

Das gilt in Sachen Sicherheit auch für die Hanse Sail: „Eine gute Hanse Sail ist, wenn alles vorbei ist und ich keine Unfälle hatte“, sagt Udo Dix. Gut waren für Altmann und Dix besonders die Anfänge der Sails und die Veranstaltung 2017. „Die Jahre 91-94 waren spannend. Da war alles hier noch Wüste und man konnte sehen, wie es von Jahr zu Jahr größer wurde“, erinnert sich Altmann gerne zurück.  Dix ist ein Erlebnis aus dem Jahr 2017 besonders im Gedächtnis geblieben: „Die AIDA und die Kruzhenstern gleichzeitig in Warnemünde, AIDA hell erleuchtet, die Kruzhenstern sieht man wegen der Dunkelheit nur als Silhouette, ihre Positionslampen brennen und im Hintergrund geht das Feuerwerk los.“ Das seien besondere Momente.
Die erleben beide auch, wenn sie morgens zur Arbeit fahren. „Da schläft der ganze Hafen“ und sie könnten die Ruhe genießen, freuen sich Altmann und Dix.

Von Stefan Katzenbach

Foto: Hanse Sail Büro