Windflaute für Haikutter: Hanse-Sail-Regatter mit neuen Siegbedingungen

Die erste Wettfahrt der Hanse Sail lief schon vor deren Eröffnung. Heute (10. August) fuhren sechs Haikutter von Nysted in Süddänemark nach Rostock, dazu zwei Segelschiffe aus Schweden bzw. Finnland. Nicht dabei war allerdings der Wind. Deshalb mussten die Motoren bemüht werden.

Null bis zwei Windstärken – das reichte nicht, um eine Segelregatta zu starten. Nach dem Passieren der Kadetrinne setzten die Crews aber doch die Segel – „und zwar alle, die sie finden konnten, bis hin zum Wimpel – sie haben sich gegenseitig überboten“, erzählt Volker Gries, der an Bord des Begleitschiffes „Joanna Saturna“ dabei war. „Wir haben trotzdem in einer Stunde aber nur eine halbe Seemeile geschafft.“ 

Den Spaß ließ sich also niemand verderben. Neue Wertungskategorien wurden festgelegt: Die „Nordwind“ setzte zehn Segel, die „Hansine“ sieben, selbst der Kutter „Dana“ noch sechs. Den Wettbewerb um die meisten gesetzten Sponsoren-Flaggen gewann die „Ebba Aaen“ mit sechs Fahnen und Wimpeln. Und zum authentischsten Geräusch wurde ein Knarzen auf der „Hannemarie“ gekürt.


Massive Fischereischiffe


Schon zum 13. Mal hatten die historischen Haikutter im dänischen Nysted abgelegt und nahmen Kurs auf Rostock. Auch in diesem Jahr waren wieder Mitsegler an Bord. Gemeinsam mit den Crews der teils hundert Jahre alten Fischerboote bewältigten sie die knapp 28 Seemeilen (50 Kilometer) lange Strecke – wenn auch auf andere Art als geplant.

Haie wurden mit den Haikuttern allerdings nie gefangen. Aber die Fischereischiffe waren die ersten in Dänemark, die auch Motoren hatten. So konnten sie - unabhängig vom Wind - mehr Fänge einholen und waren „gefräßig wie Haie“. Zwischen 1900 und 1940 wurden mehrere tausend dieser Kutter gebaut, meist aus Eichenholz, zwischen 12 und 19 Metern lang.

Sie waren sehr gute Segelfahrzeuge, aber über die Jahre gewann der Einsatz der Motoren immer mehr an Bedeutung – das bestätigte sich heute aufs Neue.
In diesem Jahr waren fünf deutsche Haikutter sowie einer aus Dänemark dabei, außerdem war die „Sarpen“ das Start- und Zielschiff.


Gemeinsamer Sieg


Bei dieser besonderen Regatta ist jede Crew ein Gewinnerteam - der gemeinsame Sieg wird mit der sogenannten Haikutter-Tax versüßt. Die Prämie stammt aus Sponsorenbeiträgen und wird fair nach jeweiliger Schiffslänge an die Eigner*innen übergeben. 

Auch in diesem Jahr spendeten mehrere Unternehmen Geld für die historischen Segler. So flatterte auf der „Hansine“ das Logo der Reederei Adler-Schiffe, die „Hannemarie“ wurde von Scandlines und die „Ebba Aaen“ von der Rostocker Firma Kloska unterstützt. Und Jürgen Bosse hat aus Liebe zu diesen Schiffen privat Geld für die Haikutter gespendet und war auf der „Joanna Saturna“ dabei.