So endet die Norway Match Race vor Warnemünde

Roald Amundsen und Thor Heyerdahl brachen heute zu einer Regatta ins Seerevier vor Warnemünde auf: Nach diesen beiden Norwegern sind zwei Traditionssegler benannt, die sich bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Wind ein Rennen lieferten.

Wegen der heute vorherrschenden Windverhältnisse konnten die beiden Schiffe nicht – wie geplant - direkt vor dem Strand segeln, sondern mussten viel weiter hinausfahren. Und dennoch waren sie schneller zurück als erwartet. Siegreich war die „Roald Amundsen“ – mit etwa zwei Minuten Zeitvorsprung.

Nordische Seefahrer

Die Nordmänner waren immer ein seefahrendes Volk. Schon der Wikinger Ottar brach vor über 1.000 Jahren zu einer Entdeckungsfahrt entlang der norwegischen Küste auf – um die sogenannte Kola-Halbinsel herum und vorbei am Nordkap. 

Ihm folgten in den nächsten Jahrhunderten viele – einer davon war Fridtjof Nansen, der im Jahr 1888 versuchte, mit dem eisgängigen Dreimaster „Fram“ den Nordpol zu erreichen. Später schaffte er es als erster Mensch bis zum Südpol und durchquerte – ebenfalls als Erster – die berüchtigte Nordwestpassage. Außerdem gelang ihm der erste Flug über das Nordpolarmeer. So wurde er zum norwegischen Volkshelden. 

1947 fuhr der Ethnologe Thor Heyerdahl mit seinem Floß „Kon Tiki“ von Südamerika nach Polynesien. Damit wies er nach, dass es bereits vor Kolumbus möglich gewesen sein musste, mit einem Floß interkontinentale Entdeckungen zu machen.

Segelschiffe mit berühmten Namen

Die beiden Traditionssegler haben also bekannte norwegische Namensgeber. Die „Thor Heyerdahl“ wurde 1930 gebaut und war zunächst ein Motorschiff. Erst später wurde es zum Dreimast-Toppsegelschoner umgebaut.

Die „Roald Amundsen“ lief 1952 vom Stapel, bekam ihre beiden Masten aber erst 40 Jahre später. Heute segelt die Brigg mit einer Stammcrew von 16 Leuten, bis zu 32 Trainees können an Bord das Segeln erlernen.

Ein Rennen auf Augenhöhe

Die „Match Racer“ segeln unter deutscher Flagge, sind fast gleich lang und haben eine vergleichbare Segelfläche. Viele Menschen saßen am Strand oder an den Kaikanten von Warnemünde, um all die Schiffe zu beobachten. 

Die Gäste der Hanse Sail im Stadthafen konnten das „Match Race“ live auf der großen Leinwand oder auf Youtube verfolgen. Die Bilder kamen von den Drohnen der United Media MV UG, die mit Hanse Sail TV ein ganz neues Medienformat im Rahmen der diesjährigen Hanse Sail etabliert haben. 

Auch nachdem die beiden Segelschiffe zurückgekehrt waren, wurden beeindruckende Luftbilder von der Ostsee und den Molenköpfen übertragen.