Das ist Tradition! Die 100-Jährigen der 29. Hanse Sail

Wieder einmal begrüßt die Hanse Sail die Schiffe, die schon seit 100 Jahren auf den Weltmeeren unterwegs sind.

Auch mit ihren 100 Jahren besegelt die „Morgenster“ die Ostsee zur Hanse Sail. Foto: Lutz Zimmermann

Dieses Jahr sind es sogar fünf: „Morgenster“, „Nobile“, „Fridtjof Nansen“, „Hanne Marie“ sowie die „Nordwind“. Nun stellt sich so mancher Besucher die Frage, was so ein Schiff braucht, um ein Jahrhundert lang die Meere unsicher zu machen?

Die „Morgenster“ ist eine dieser alten Ladys, die wir euch einmal vorstellen wollen. Sie ist eines der wenigen Schiffe, die bis zu ihrem Umbau zu einem Segelschulschiff, nie zu etwas anderem gebraucht wurde, als zum Fischen. Ihr erster Name war „De Vrouw Maria“, der nach einem Eignerwechsel im Jahr 1959 zu dem klangvollen Namen „Morgenster“ geändert wurde, was übersetzt wird mit dem Wort „Morgenstern“. Die alte Dame hat während der Jahre nicht nur ihren Namen gewechselt, sondern auch ihren Rumpf verlängern lassen, von 25,5 Meter auf stolze 32,5 Meter. Wer schön sein will, der muss sich pflegen. 
Noch ein guter Rat ist: „Wer rastet, der rostet!“. Immer in Bewegung bleiben, lautet das Motto, wenn man ein hohes Alter erreichen will. Und auch das beherzigt die „Morgenster“, denn sie ist auf dem Atlantik, im englischen Kanal und in der Nord- und Ostsee unterwegs. 
Man benötigt nicht nur Veränderungen für ein langes Schiffsleben, auch das Gefühl „noch gebraucht zu werden“ hilft, um jahrzehntelang auf dem Meer unterwegs zu sein. So erfüllen alle fünf Schiffe noch heute ihren Dienst, um maritime Traditionen weiterzugeben. 

Auf weitere 100 Jahre!

Anne Wolff