29. Hanse Sail sagt Plastikmüll den Kampf an

Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden auf der diesjährigen Hanse Sail großgeschrieben. Mit einem eigens für das viertägige Fest entwickelten Pfandsystem soll das Müllaufkommen im gesamten Veranstaltungsbereich deutlich reduziert werden.

Im Fair Trade-Bereich betreut Kaike Brand das Glücksrad. Zu gewinnen gibt es Einkaufstaschen, Wildkräuter und Blumenwiesen zum Aussäen und vieles mehr. Foto: Susanne Gidzinski

Statt wie bisher auf Einwegplastik, setzen die Getränkestände auf einheitliche Mehrwegbecher, welche gegen ein Pfand in zwei unterschiedlichen Größen herausgegeben werden. Geschmückt mit Schiffsmotiven fügen sich die Becher dem maritimen Flair der Veranstaltung. Nach Rückgabe werden sie in Hochleistungsspülmaschinen gereinigt und zur erneuten Benutzung freigegeben. Mit Rücksicht auf die Umwelt schmeckt das Feierabendbier doch glatt besser.

Antrieb mit Meeresmüll

Auch einige teilnehmende Wasserfahrzeuge gehen in puncto Umweltschutz mit gutem Beispiel voran. Darunter die 24 Meter lange MS „Seebiene“. Betrieben wird das ehemalige Vermessungsschiff vom Verein Sea Clean. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht die Meere von Plastikmüll zu befreien. Dazu fischen die Ehrenamtler Abfälle aus dem Wasser und verwandeln diese anhand einer speziellen Maschine an Bord in Kraftstoff. Pyrolyse nennt sich das bewährte Verfahren. „50 Liter Kraftstoff können wir mit unseren Prototypen aus 50 Kilogramm Plastikmüll gewinnen“, berichtet Kapitän Jens Wermter. Mithilfe dieser Technik sei es langfristig möglich, Plastikmüll aus dem Meer zu entfernen. „Dabei ist es bei uns noch gar nicht so schlimm wie um China und Indien herum“, meint Wermter. Allgemein gelangen jährlich rund acht Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane.

Faire Fahrt voraus

Um Nachhaltigkeit dreht sich alles im Fair Trade-Bereich in der Nähe des Restaurants „Carlo 615“. Hier erhalten Konsumenten Antworten auf die Fragen: Woher stammen eigentlich die Produkte, die wir täglich verzehren, wer ist an der Herstellung beteiligt und wie gelangen die Artikel zu uns? Mit spannenden Mitmachaktionen und zahlreichen Infoständen sollen Besucher nicht nur auf das Thema aufmerksam gemacht werden, sondern Freude daran entwickeln. Ob beim Glücksrad, Länder-Puzzle oder an der Upcycling-Station – zu entdecken gibt es Vieles. Und wer will, darf natürlich auch fair naschen.

Gleich gegenüber des Fair Trade-Bereiches liegt die „Nordlys“ an. Mit 146 Jahren ist der Frachtsegler nicht nur das älteste Schiff der Hanse Sail, sondern auch ein echter Hingucker. Alleine mit der Kraft des Windes transportiert sie seine fair produzierten Waren übers Meer. An Bord bekommen Besucher die Möglichkeit, sich durch Schokolade, Rum, Kaffee, Honig und Kokosöl zu probieren und den Segler hautnah zu erleben.

Susanne Gidzinski