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6. - 9. August 2020

Viel Lob und manche Hinweise für die Bummelmeile in Warnemünde

Sie haben sich auf der Warenmünder Bummelmeile ein schattiges Plätzchen ausgesucht – die gebürtigen Vogtländer Sylvia und Wolfgang Gehle, die heute in Berlin-Bernau zu Hause sind.

Sylvia und Wolfgang Gehle ruhen sich aus und genießen den Blick auf die Schiffe. Foto: Wolfgang Dalk

„Man muss früh los, um nicht in dem Trubel der vielen Menschen unterzugehen. So haben wir als Frühaufsteher heute Vormittag schon viel gesehen“, sagt Sylvia, „jetzt ruhen wir uns ein bissel aus, erfreuen uns an dem herrlichen Sonnenschein, den Grünanlagen und den so ideenreich gestalteten Buden und Büdchen“.

Die Verkaufs- und Gastronomieszene sei „abwechslungsreich gestaltet, im Angebot vielfältig und damit etwas anderes, als man es bei den anderen Veranstaltungen in dieser Größenordnung gewohnt ist“, meint Wolfgang und verweist darauf, dass sie „natürlich primär zum ‚Schiffegucken‘ zur Sail gekommen sind“, nachdem sie im Vorjahr bereits eine wundervolle Sail erlebt und als Höhepunkt die Sedov besucht hatten.

Der Schiffe wegen sind auch Christel und Matthias Schlosser aus Stockelsdorf bei Lübeck zur Sail gekommen. „Wir nutzen unseren Urlaub, um besonders die Warnemünder Küste zu genießen“, schwärmt Christel und für Matthias ist „die Ostsee hier traumhaft. Wenn man will, findet man auch noch ruhige Orte, unberührte Natur und wenn man es anders will, also stadtverbunden, dann sind Rostock und Warnemünde die geschichtsträchtigen und nach der Wende prächtig entwickelten Anlaufpunkte.“

Dass es an der Bummelmeile so einladende Bänke gibt, die zum Sonnenbaden einladen, loben Beide. Dass die Mülltonnen auf der Bummelmeile nicht mit Ketten standgesichert sind, bemängelt Anni Wear von „Modeschmuck und Accessoires“. Bei dem plötzlich aufkommenden stürmischen Wind und dem Regen „sind diese riesigen Dinger gefährlich durch die Gegend gejagt worden.“

Diesen Hinweis verbindet die Geschäftsfrau mit viel Anerkennung für die ansonsten gut angelegte Bummelmeile. Besonders aber gefallen ihr die vielen Gespräche, die sie mit netten und zuvorkommenden Sail-Gästen führen konnte. Die aus Saalfeld stammende Thüringerin ist bereits zum sechsten Mal auf der Sail und hat sich bereits einen Kundenstamm geschaffen, der sogar vor der Sail anfragt, ob sie in diesem Jahr wieder dabei wäre. Was den Umsatz anbelangt, bemerkt sie in diesem Jahr eine spürbare Zurückhaltung.

Das meint auch Conny Klein, die Cocktails und andere hochprozentige Getränke anbietet. Rico Wagner, der Verkäufer aus Leipzig und Anbieter der beliebten Baumstriezel stimmt dem zu. „Das war in den beiden Vorjahren vom Zuspruch her schon etwas lebhafter“, schätzt er ein, will sich aber in Sachen Umsatz nicht beklagen.

Das tut Waldemar Hut aus Aschersleben aber mit Blick auf die Parkgebühren. „Drei Euro pro Stunde – das ist nicht nur ärgerlich“. Heinrich Weiß aus Essen hält das für angemessen, aber „vielleicht habe ich auch andere Vergleiche.“

Plötzlich kommt Bewegung in die Bummler, Shopper und die Schlendernden. Die Schritte werden hektischer. Von der Meile soll es schnell hin zur Crew-Parade gehen, die von der WIRO-Bühne bis zur Bühne am Leuchtturm führt. Und dann sind sie da – die Prachtexemplare der Schiffsmannschaften. Vorn im strammen Gleichschritt die Mannschaft der italienischen „Amerigo Vespucci“,  gefolgt von den Crews aus Mittel- und Südamerika, „Cuauhtemoc“ und „Mexiko“. Dahinter die Crews der russischen „Kruzenshtern“ und der „Mir“. Raus mit den Handys und Laptops und Erinnerungsfotos gemacht. Kommt eine solch imposante Parade noch einmal zustande? Vielleicht 2020 – zur 30. Hanse Sail.

Wolfgang Dalk

Sail with us
during the Hanse Sail 2015

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