Deutsch
Englisch
8.-11. August 2019

Die Traditionssegler-Szene erfährt weltweit eine erfreuliche Verjüngung

Der Hamburger Herbert Böhm gehört seit vielen Jahren zu den aktivsten und produktivsten Fotografen und Autoren der Traditionssegler-Szene und ist eng mit der Hanse Sail verbunden.

Die junge bulgarische Barkentine „Royal Helena“, hier auf dem Hafengeburtstag Hamburg, kommt erstmals nach Rostock. Foto: Klaus-Dieter Block

Jeder, der sich mit diesem besonderen Gegenstand näher beschäftigt, kennt das Standardwerk „Die letzten großen Segelschiffe“, das ursprünglich von Otmar Schäuffelen herausgebracht und von Herbert Böhm fortgeführt wurde. Wenn es nach fast einem Dutzend Neuauflagen zu einer weiteren kommt, wird sich auch der Titel, falls er nicht geschützt ist, ändern. Denn er stimmt mit seiner wehmütig klingenden Botschaft nicht mehr. Die Situation war bei der Herausgabe des Buches Ende der 1960er-Jahre eine grundsätzlich andere und entsprach dem Titel.

Die erstaunliche Renaissance der Traditionssegelschifffahrt bekommt nun am Anfang des 21. Jahrhunderts noch einmal einen neuen Schub. Zu den jungen Windjammern und Schonern, die seit 1980 gebaut wurden, kommen noch einmal rund ein Dutzend Windjammer und andere Großsegler hinzu, so dass insgesamt seit 37 Jahren weltweit ein Zuwachs von über 120 Neubauten zu verzeichnen ist. Nicht dazu gehören Dutzende von Umbauten alter Schiffe zu Großseglern.

Die schöne Nachricht von den Neubauten wurde im „Hanse Sail Magazin 2017“ exklusiv thematisiert und spielt auch im „SAIL-Kompass 2017“, der Anfang Juli erscheint, gleichfalls eine Rolle. Auch die 27. Hanse Sail Rostock wird für diese Situation ein praktischer „Seismograph“ sein. Natürlich kommen nicht alle neuen Großsegler nach Rostock. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Ostsee ein Binnenmeer ist und ziemlich weit vom „Schuss“ entfernt ist.

Aber den Rostockern kommt der gute Ruf ihres maritimen Fest ebenso zugute, wie die Tatsache, dass 2017 die Tall Ships Races in der Ostsee stattfinden und im polnischen Szczecin vor dem Wochenende der Hanse Sail enden. Und von der polnischen Partnerstadt an der Oder bis an die Warnow ist es nicht weit. Auch politisch, kulturell und emotional nicht. Die ehemals deutsche Hafenstadt ist seit 1957, also nunmehr 60 Jahren, Partnerstadt Rostocks. Das war nur zwölf Jahre nach dem Krieg nicht selbstverständlich.

Einige junge Windjammer und Großsegler segeln von hier nach Rostock. Zum Beispiel das polnische Vollschiff „Dar Mlodziezy“, das ebenso zu den Stammgästen in Rostock gehört wie ihre russische Schwester „Mir“. Zum zweiten Mal wird das brasilianische Vollschiff „Cisne Branco“, Baujahr 2000, in der Hansestadt festmachen. Premiere in Rostock wird die bulgarische Barkentine „Royal Helena“ haben, die erst acht Jahre alt ist. Wer will, kann dabei ausprobieren, wie man auf einem jungen Großsegler von der Oder an die Warnow und während der Hanse Sail auf der Ostsee vor Warnemünde mitsegelt.

Klaus-Dieter Block

MITSEGELN
während der Hanse Sail 2015

Online-Ticket-Verkauf