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8.-11. August 2019

Auch die 27. Hanse Sail bietet eine enorme Vielfalt an Schiffsgeschichte(n)

Bevor die 28. Hanse Sail 2018 ganz im Zeichen der Koggen und Kraweelen als den Schiffen der Hansezeit steht, bleiben wir zur 27. Auflage des großen maritimen Festes in der Gegenwart.

600 Jahre Schifffahrtsgeschichte: Kogge und Kreuzliner vor Warnemünde, Foto: Hanse Sail/Lutz Zimmermann

Die „jungen Alten“, also Neubauten von Großseglern seit 1980, standen in den Publikationen zur 27. Sail im Fokus und haben es verdient, besondere Beachtung zu finden, indem man hier z.B. mitsegelt. Die „jungen Alten“? Nein, gemeint sind nicht die jung gebliebenen, obwohl viele Oldtimer der Meere dank der guten Pflege wie neu aussehen. Gemeint sind neu gebaute Schiffe oder auch Repliken mit traditionellen Takelagen – von der Kogge bis zum Vollschiff. Seit 1980 sind das weltweit rund 130.

Nun ist die Hanse Sail keine philosophische Veranstaltung. Aber warum Großsegler, im Unterschied zu anderen Gefährten aus Vorzeiten nicht nur wie Oldtimer der Straße und Lüfte gepflegt, sondern auch neu, aber mit alten Technologien gebaut werden, ist schon eine bedenkenswerte Frage. Ist es der Wind, das himmlische Kind oder der Hauch von Abenteuer, der auch heute noch mitsegelt? Oder die begreif- und erlebbare Geschichte an Bord der Schiffe?

Die Hanse Sail als Plattform für eine beeindruckende Schiffbaugeschichte
Zur Hanse Sail vom 10. bis 13. August kommen mehr als ein Dutzend „junger Alter“. Darunter die bulgarische „Royal Helena“, (Baujahr 2009), die zugleich das erste Mal Rostock anläuft, die brasilianische „Cisne Branco“ (2000), die bereits 2013 hier war, oder die beiden Schwesternschiffe „Dar Mlodziezy“ (1982) aus Polen und die russische „Mir“ (1987). Wer sich schon einen Vorgeschmack auf 2018 holen will, sollte sein Augenmerk auf die Koggen legen, die an der Silo-Halbinsel festmachen, wo ein mittelalterliches Landprogramm den passenden Rahmen liefert.

Die Nachfrage nach Mitsegeltörns auf den Schiffen des Mittelalters ist hier besonders groß. Die „Lisa von Lübeck“ (Baujahr 2004) ist bereits ausgebucht. Im Angebot ist allerdings ein Törn von Rostock nach Travemünde unmittelbar nach der Hanse Sail am 14. August 2017. Sie gehört ebenso wie ihre Koggenschwestern zu den „jungen Alten“. Sie werden 2018 nicht nur zur Sail, sondern schon während des 38. Internationalen Hansetags vom 21. bis 24. Juni als zentrale Jubiläumsfeier für den 800. Geburtstag Rostocks die maritimen Hauptdarsteller sein.

Wie bei allen maritimen Rostocker Festen seit 1991 gibt es auch zur diesjährigen Sail keine Komparsen, sondern nur Hauptdarsteller, unabhängig von ihrem Alter und ihrer Größe. Dass dabei die ganz Alten, wie z.B. der deutsche Kutter „Norden“ mit Baujahr 1870, oder berühmte Alte, wie die russischen „Sedov“ (1921) und „Krusenstern“ (1926) besonders geehrt werden, versteht sich von selbst.

Für viele Skipper aus einem Dutzend Ländern ist die Hanse Sail, wie auch die anderen weltweiten maritimen Feste, der anerkennende Lohn für oft unvorstellbare Mühen, das alte Schiff wieder fit zu bekommen. Wer solche Schiffe beispielhaft erleben will, sollte die Haikutter-Regatta am Vortag der 27. Hanse Sail mitsegeln und wenn es die Windverhältnisse zulassen, mit Skipper und Crew ins Gespräch kommen.

Aber auch auf den alten Motor- und Dampfschiffen oder auf den „Grauen Schiffen“ der Deutschen Marine sind erstaunliche Entdeckungen und Gespräche möglich.

Willkommen zur maritimen Entdeckungsreise auf der 27. Hanse Sail!

Klaus-Dieter Block

MITSEGELN
während der Hanse Sail 2015

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