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9.-12. August 2018

Sicherheit zuerst: Wie sicher sind die Hanse Sail und die Traditionsschiffe?

Im Rückblick auf die Sail-Feste der letzten Jahre kann man ein wichtiges Fazit ziehen, das in unserer unruhigen und verunsicherten Welt immer wichtiger wird: Sie waren sicher!

Das Polizeiboot „Warnow“ während der Hanse Sail im Dienste der Sicherheit. Foto: Klaus-Dieter Block

Auslöser einer neuen Sicherheitsstufe waren die schlimmen Ereignisse 2010 in Duisburg, als während der Love Parade 2010 zahlreiche Tote und Verletzte zu beklagen waren. Wenige Tage vor der 20. Hanse Sail wurden Schlussfolgerungen gezogen und erste Maßnahmen eingeleitet, die seitdem fortlaufend präzisiert und weiterentwickelt werden. Sie wurden „vorangetrieben“ durch den sich ausbreitenden Terror im europäischen Ausland und zuletzt im Dezember 2016 mit der LKW-Attacke auf Besucher eines Weihnachtsmarktes in Berlin.

Auch zur 27. Hanse Sail am zweiten August-Wochenende 2017 gab es ein intensiv durchdachtes Sicherheitskonzept, das u.a. ein weiter verdichtetes Informationsnetz für Besucher im Stadthafen und in Warnemünde beinhaltete. An dem Konzept und seiner Umsetzung war die ABS Sicherheitsdienst GmbH mit Jörg Hübner an der Spitze wesentlich beteiligt. Große Teile des Zeitbudgets des Leiters des Hanse Sail-Büros, Holger Bellgardt, flossen in dieses Konzept. Es beruhigt in gewisser Weise, wenn man sieht, wer alles im Dienste der Sicherheit in engem Kontakt steht. So z.B. das Stadtamt der Hansestadt Rostock, die Polizeiinspektion Rostock, die Leitstelle der Bundespolizei, die Bundespolizei See, die Wasserschutzpolizei, die Sicherheitszentrale der Hanse Sail und nicht zuletzt der Sicherheitsbeauftragte von ABS. Niemand wird behaupten „Bei uns passiert so etwas, wie z.B. in Berlin, nicht.“ Aber: Es wird für die Sicherheit des fröhlichen und lebensbejahenden Festes in Rostock alles getan, was notwendig und möglich ist.

Der Begriff Sicherheit spielt in einem anderen Zusammenhang eine dominierende Rolle. Wie sicher sind Traditionsschiffe? Die Eigner, Skipper und Crews vieler der über 100, ehrenamtlich betriebenen, deutschen Schiffe werden seit einigen Jahren mit Vorstellungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) konfrontiert, die in letzter Konsequenz das Ende der Schiffe einläuten würden. Sicherheit zuerst! Hier sind sich beide Seiten einig. Aber beim „Überziehen“ der Sicherheitsrichtlinien, die am 1. Januar 2018 in Kraft treten sollen, besteht letztlich die Gefahr der Aufgabe des ehrenamtlichen Engagements. Es ist „Fünf vor zwölf“, wie auch ein Pressebrunch auf der 27. Hanse Sail in Rostock im August 2017 überschrieben war. Der 1. und 2. Vorsitzende der Gemeinsamen Kommission für Historische Wasserfahrzeuge (GSHW), Jan-Matthias Westermann und Nikolaus Kern, machten hier deutlich: Wir ringen weiter um einen tragfähigen Kompromiss, um das maritim-kulturelle Erbe der Traditionsschiffe auch für die kommenden Generationen zu erhalten.

Klaus-Dieter Block

MITSEGELN
während der Hanse Sail 2015

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