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9.-12. August 2018

Liebeserklärungen an eine Stadt

Im Jubiläumsjahr 2018 der Hanse- und Universitätsstadt blicken verschiedene Ausstellungen auf die Entwicklung des Miteinanders der Rostocker. Die Palette reicht von Kunst aller Genre bis zu Alltagsgegenständen, die zu Kunstobjekten werden. Und das Engagement der Künstler und Kreativen, der Kuratoren und ihrer Teams sowie der ehrenamtlichen Vereine ist als eine Art Liebeserklärung erlebbar. Einige Projekte stellt Ihnen Helga Klehn hier vor.

Mit ‚MS FICHTE‘ zur See

Blick in die Ausstellung, Foto: Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock

Im Mittelpunkt der Sonderausstellung auf dem Traditionsschiff steht die Biografie des Motorschiffes „J. G. FICHTE“, gebaut 1948 auf einer französischen Werft, getauft MS „Claude Bernard“. 1962 übernahm die Deutsche Seereederei Rostock das Frachtschiff. Bis zur Außerdienststellung diente es zur Ausbildung von Matrosen und Offizieren. Mit der DEFA-Fernsehserie „Zur See“ wurde es ein Fernsehstar. Die Serie, erstmals ausgestrahlt 1977, war ein Straßenfeger: Beeindruckende Bilder, Sehnsucht nach Fernen Ländern und das Leben der Seefahrer. Regisseur Wolfgang Luderer. Populäre und beliebte Schauspieler wie Horst Drinda als Kapitän, Günter Schubert oder Erik S. Klein agieren dabei als ein unschlagbares Team. In der Ausstellung geht es sowohl um die Entstehung der Serie als auch um die Geschichte des Schiffes. Ehemalige Seeleute unterstützen die Ausstellung mit Exponaten. Zu sehen bis 7. Oktober.

Schifffahrts- und Schiffbaumuseum Rostock
6. April bis 7. Oktober 2018

Mein Rostock lob ich mir

Segelboote, Malzirkel Dirkow, Foto: Marianne Dietrich

In der Ausstellung werden ganz private Eindrücke und Sichtweisen auf das Leben in der Stadt reflektiert. Das sei einmalig in der bisherigen Galeriegeschichte, so die Organisatoren. Dabei werden bewusst Motive mehrfach gezeigt, ob gemalt, gezeichnet oder fotografiert. Es sind Arbeiten von zehn Kreativen, darunter der Metallbildhauer Klaus Grosser aus Satow, Katrin Wermann mit Grafiken und der Horst Steinbrück mit Malerei. Der Malzirkel des Stadtteilbegegnungszentrums Dierkow thematisiert Sehenswürdigkeiten und Schiffe. Helmuth Fett zeigt eine Auswahl digital bearbeiteter Fotografien von Rostock. Der Arbeitskreis Internet und Bildbearbeitung der Seniorenakademie der Universität Rostock richtet seinen Blick ebenfalls auf die Sehenswürdigkeiten. Gudrun Felsch und Thomas Lauch haben die Hansestadt im Fokus ihrer Objektive. Zu sehen bis 29. September.


Kleine Galerie im Hafenhaus/Stadthafen
24. April bis 29. September 2018

Rostock. Jetzt 800. Die Ausstellung zum Stadtjubiläum

Schreibzeug der Rostocker Bürgermeister von 1789, Foto: KHM

Hier in einem der großen kommunalen Museen im Norden Deutschlands, öffnet die Sonderschau zur Stadt- und Kulturgeschichte anlässlich des 800. Jubiläums der Stadtrechtsbestätigung für Rostock. Die Stadt an der Mündung der Warnow, einst Handwerkerstadt und Seestadt, entwickelte sich zur Industrie- und Hafenmetropole mit Universität. Das Kulturhistorische Museum Rostock (KHM) präsentiert Exponate, die Geschichte und Geschichten erzählen, Neues und längst Bekanntes auf neue Weise. Die Ausstellung schaut hinter die Kulissen einer Stadt und ihrer Einwohner, erklärt, wovon sie lebten, wer sie regierte, woran sie glaubten, wo sie wohnten. Und sie versucht zu beschreiben, was Rostock ist. Zu sehen vom 14. Juni bis 4. November.

Kulturhistorisches Museum Rostock
14. Juni bis 4. November 2018

Rostock. Meine Geschichte

Koffer, Foto: Geschichtswerkstatt e.V. / Andreas Günther

Es ist eines der einst mächtigen Stadttore der Hansestadt. Hier hat die Geschichtswerkstatt ihren Sitzt. Zum Stadtjubiläum haben Ehrenamtler und Historiker 800 Objekte zusammengetragen, mit denen die vergangenen 800 Jahre der Ostseemetropole reflektiert werden. Darunter sind unter anderem Prospekte des Elektricitätswerks der Seestadt Rostock von 1940/41 und das Fotoalbum vom VEB Wohnungsbaukombinat Rostock zur Eröffnung des Hotels Warnow 1969. Vor allem sind es jedoch persönliche Erinnerungsstücke auf fünf Etagen. Sie erzählen Geschichten von Menschen und ihrer Stadt. Unter den Textbeiträgen sind nicht nur Drucksachen sondern auch persönliche Briefe oder Aufzeichnungen. Ebenso zu sehen sind Gemälde, Zeichnungen, Fotografien sowie filmische Beiträge oder Tonbandaufzeichnungen. Kunst, Skurriles oder auch Banales von Mai bis Oktober.

Kröpeliner Tor
4. Juni bis 28. Oktober 2018

Peter E. Erichson und die Kunst

Porträt Peter E. Erichson (aus den Neuen Mecklenburgischen Monatsheften, 1957, Fotograf unbekannt)

Als Eigentümer der Hinstorffschen Druckerei seit 1907 und später als Verleger gehört Peter E. Erichson (1881 - 1963) zu den Persönlichkeiten, die maßgeblich die kulturelle Entwicklung Rostocks und Mecklenburgs beeinflussten. Als erfolgreicher Unternehmer fühlte er sich der bildenden Kunst als Mäzen verpflichtet und entwickele ein umfangreiches Beziehungsgeflecht. Er pflegte persönliche Bekanntschaften mit vielen Künstlern in der näheren Umgebung, im künstlerischen Umfeld von Ahrenshoop oder mit Ernst Barlach. Erichson öffnete sich der modernen zeitgenössischen Kunst. Die Ausstellung beleuchtet unter anderem solche Themen: Wie sehen ihn bildende Künstler wie Hedwig Holtz-Sommer, Jo Jastram oder Hertha von Guttenberg? Wie beeinflusste er die Kunstpolitik, reflektiert von Bruno Gimpel, Kate Diehn-Bitt oder Rudolph Bartels? Zu Wort kommen auch der Rostocker Kunstverein, Ausstellungsinitiativen und der Kulturbund. Zu sehen vom 27. Juni bis 12. August.

Kunstverein zu Rostock
27. Juni bis 12. August

Die Schönheit der Dinge - Aus Rostocker Sammlungen

Kunsthalle Rostock, Foto: MERIAN/seasons.agency/Lukas Spörl

Zum Stadtjubiläum 2018 präsentiert die Kunsthalle Rostock eine Ausstellung, mit Objekten aus institutionellen und privaten Sammlungen wie den Sammlungen der Städtischen Museen oder der Universität Rostock. Die Auswahl der Artefakte sei frei von allen üblichen Bewertungen, so der Kurator. Es gehe um die formal-sinnliche Ausstrahlung der Dinge, ohne Berücksichtigung ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung. Die Schau fordert die elementare Wahrnehmung dieser Dinge heraus. Zu sehen vom 5. August bis 28. Oktober.

Kunsthalle Rostock
5. August bis 28. Oktober

Kleine Schau mit Schiffsansichten der besonderen Art

PRINZESS EITEL FRIEDRICH, Malerei: Olaf Rahardt

Vom 30. Juli bis 11. August werden im Einkaufs-Center Kröpeliner Tor Ansichten von Koggen und Segelschiffen aus dem 16./17.Jahrhundert bis in die Gegenwart ausgestellt. Es sind Reproduktionen von Gemälden Olaf Rahardts. Ergänzt werden sie durch ein Holzschiff von Dietmar Helms sowie einen Traditionssegler aus Karton von Karl Reske.

Olaf Rahardt ist einer von etwa fünf Marinemalern in Deutschland. Der geborene Thüringer fuhr einst als Maschinist zur See. Seit dem er sich der Malerei ganz gewidmet hat, schafft er unter anderem Küsten- und Seebilder, Porträts von Segel- und Frachtschiffen oder von Schiffen der Marine aus dem 19. Und 20. Jahrhundert. Sein handwerkliches Können ist offenbar, ebenso die Liebe zu technischen und historischen Details. Am Wichtigsten seien jedoch der Blick und das Gespür für Wetter, Wind und See – so Rahardt. Originale von ihm sind vom 2. August bis 7. Oktober im Schifffahrts- und Schiffbaumuseum Rostock im Stadtteil Schmarl zu sehen: „Unter Segeln durch die Zeit“.

Kröpeliner Tor Center
30. Juli bis 11. August

Unter vollen Segeln

"Susanna vor Kap Horn", Gemälde: Matthias Wunsch

Matthias Wunsch hat aktuelle und historische Großsegler und ihre Reisen in ferne Länder in seinen Tempera-Gemälden eingefangen. Der Künstler inspiriert sich zu seinen Bildern auch durch Windjammertörns z.B. auf den Viermast-Barken "Sedov" oder "Krusenstern".

In zahlreichen Ausstellungen in Berlin, Wien, Rostock, Kiel, Hamburg und Stuttgart waren die Gemälde von Matthias Wunsch zu sehen. Besonders hervorzuheben sind neben der Ausstellung bei der Hanse Sail 2015 eine 14-tägige Ausstellungstournee auf der "Sedov", die Ausstellung im Salon Maja & Friends beim Open-Air-Festival „Kultursommer Kittsee“ /Österreich, in der Kunstgalerie auf der "Rickmer Rickmers" in Hamburg oder in Kiel in einem Stand zusammen mit dem dortigen Schifffahrtsmuseum.

Am 22.01.2018 wurde das Bild "Susanna vor Kap Horn" auf ARD in der Doku "Wo unser Wetter entsteht-Wind (2)" mit Sven Plöger im Fernsehen gezeigt. 


Rostocker Hof
6.-18. August 2018

MITSEGELN
während der Hanse Sail 2015

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