Sail-Kolumne
Orcas als Thema des Weihnachtstammtisches und der Blick auf eine Reform 2011
Der 209. Rostocker Hafenstammtisch des Hanse-Sail-Büros und des Vereins der Kapitäne und Schiffsoffiziere e.V. am 7. Dezember 2010 wird traditionell ein außergewöhnlicher Abend werden. Es ist der seit Jahren bekannte und beliebte „Weihnachtshafenstammtisch“ mit einem besonderen Gast und einem faszinierenden Thema.

Horst Marx, der Moderator der seit 1993 stattfindenden maritimen Gesprächsrunde, begrüßt ab 18.30 Uhr im "Theater im Stadthafen" den Unterwasserfotografen und -filmer Marco von der Schulenburg, der die Multivisionsshow „Orcas – die sanften Killerwale“ zeigt und kommentiert.
Killerwal und sanft? „Orca – Der Killerwal“ da war doch was. Richtig. Im Jahre 1977 gab es einen Horrorfilm des US-amerikanischen Regisseurs Michael Anderson. Der Film mit einer Geschichte, die an „Moby Dick“ erinnert, sollte an den Erfolg von „Der weiße Hai“ (1975) anknüpfen. Das misslang Anderson und seinem Team, nicht nur, weil zahlreiche Spezialeffekte wenig überzeugten, sondern auch weil die Darstellung der Orcas als so genannte „Killerwale“ auf heftige Kritik stieß und der Film ihre tatsächlichen Lebensweisen und -welten verzerrte.
Als der Streifen herauskam war Marco von der Schulenburg sieben Jahre alt und wir können ihn am 7. Dezember fragen, welche Rolle dieser Tier-Thriller für seine spätere Entwicklung gespielt hat. Seit 1993 stehen die Orcas, auch Zahn- oder Schwertwale genannt, im beruflichen Mittelpunkt des gebürtigen Hamburgers, der mit 17 Jahren seine Leidenschaft für die Unterwasserwelt entdeckte. „Herr Pilipenko und sein U-Boot“ (Arte), „Monsterkrabben im Polarmeer“ (Mare TV, NDR), „Giganten der Meere“ für den Spiegel TV- Themenabend (VOX), oder die Kinoproduktion „Unsere Ozeane“ sind einige Projekte, die mit seinem Namen und seiner Arbeit verbunden sind.
Wie und wo leben die Orcas, wovon ernähren sie sich? Auf diese und andere Fragen sowie auf gängige Klischees über die auch als „Mörderwale“ bezeichneten größten und schnellsten Delphine, wird Marco von der Schulenburg am Weihnachtsstammtisch überzeugende und faszinierende Antworten präsentieren.
Karten sind für 9 Euro erhältlich (an der Abendkasse 10 Euro). Schüler, Studenten und Lehrlinge bezahlen 7 Euro, eine Familienkarte (2 Erwachsene, 2 Kinder) kostet 25 Euro. Sie sind im Büro Hanse Sail, Tel. (0381) 208 52 33, oder in den Tourist-Informationen am Neuen Markt und in Warnemünde erhältlich.
Der Rostocker Hafenstammtisch wird nach 17 erfolgreichen Jahren im neuen Jahr reformiert. Keine Angst, er reiht sich nicht in die vielen beliebigen und oft kurzlebigen „Talkshows“ ein, sondern sein Charakter als grundsolide und unterhaltsame maritime Runde mit Tiefgang bleibt nicht nur erhalten, sondern soll weiter ausgeprägt werden. Dazu wird es ab 2011 nur noch vier Hafenstammtische pro Jahr im März, im Juni, im September und den Weihnachtshafenstammtisch im Dezember geben. Das Besondere des Dezember-Stammtisches bleibt, aber die anderen sollen vor allem zu einem Podium für die Kommunikation zwischen Experten und einem interessierten maritimen Publikum aller Generationen werden. Auch Ort und Zeit ändern sich. Voraussichtlich am 18. März 2011, einem Freitag, wird es im neu eingerichteten Rostock-Punkt im rekonstruierten Barocksaal am Rostocker Universitätsplatz die Premiere des neuen Hafenstammtisches mit der laufenden Nummer 210 werden.
Skeptikern dieser neuen Form, die abgewandelt an die alte Fußball-Weisheit „Ändere nie ein erfolgreiches Konzept“ erinnern, könnte Anke Dartsch, seit 2008 engagierte und ideenreiche Organisatorin des Stammtisches, entgegenhalten: „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“. Viel Glück und Erfolg bei der Vorbereitung des „Neuen Hafenstammtisches“!
Klaus-Dieter Block
Foto: Orcas – die sanften Killerwale, Foto: Marco von der Schulenburg
– MITSEGELN –
während der Hanse Sail 2012
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