Sail-Kolumne
Gute Karten mit einem maritimen „Doppeltrumpf“
Die Hansestadt Rostock hat im nationalen und internationalen Tourismusgeschäft keine schlechten Karten und sie hat bei den Veranstaltungen neben der Hanse Sail die Warnemünder Woche als zweiten maritimen Trumpf in der Hand.

Das ist keine neue Erkenntnis, aber manchmal wird sie vielleicht vergessen. Zum Beispiel beim Neumischen der touristischen Karten, das seit einiger Zeit in Rostock zu beobachten ist.
Der 180. Hafenstammtisch am 17. Juni 2008 bietet ab 19 Uhr im Baltic Point Warnemünde nicht nur Gelegenheit daran zu erinnern, sondern auch Vergleiche zu den anderen beiden großen deutschen Segelwochen anzustellen. Auf dem Podium, der vom Hanse-Sail-Büro und dem Verein der Kapitäne und Schiffsoffiziere e.V. organisierten Veranstaltung, werden neben Vertretern der Warnemünder Woche auch Repräsentanten der Travemünder und der Kieler Woche Platz nehmen.
Das ist nicht nur eine hochkarätige Runde, die im internationalen Segelsport ein gewichtiges Wort mitzureden hat, sondern hier bündeln sich zusammen über 300 Jahre Erfahrung bei der Organisation von Segelsport-Veranstaltungen. Die Kieler Woche gibt es seit 1882, die Travemünder Woche seit 1892 und die Warnemünder Woche fand zum ersten Mal 1926 statt. Die ersten Regatten fanden aber auch hier schon Mitte des 19. Jahrhunderts und insbesondere nach der Gründung des Mecklenburger Yacht-Clubs (MYC) nach 1884 statt. Um die Jahrhundertwende gab es die erste offene deutsche Segelregatta und Internationale See-Regatten vor Warnemünde.
Vom 5. bis 13. Juli 2008 werden hier über 2000 Segler ihre internationalen Regatten austragen; 27 Bootsklassen gehen an den Start. Auf dem sportlichen Programm stehen u.a. die Weltmeisterschaften der OK-Jollen, die Team WM der International 14, die Internationale Deutsche Meisterschaft der Starboote und RS:X sowie der Laser Europa Cup. In der aktuellen Meldeliste der teilnehmenden Nationen, insgesamt werden es mindestens 30 sein, finden sich neben Seglern aus vielen Ländern Europas, aus Australien, Neuseeland und den USA auch Teilnehmer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Programm und die Teilnehmerliste sprechen nicht nur für die sportliche Wertigkeit der Segelwoche, sondern auch für ihre internationale Anziehungskraft und Ausstrahlung – Ziele, die bei so genannten neuen „Super-Events“ ganz oben stehen … und selten erreicht werden.
Neben „Internationalem Segelsport zum Anfassen“ wird die Warnemünder Woche durch ein reizvolles Landprogramm wirkungsvoll ergänzt. Es ist ein Volksfest mit zahlreichen historischen Bezügen mit dem „Nieger Ümgang“ als Höhepunkt.
Die Veranstaltungen an den neun Tagen Anfang Juli erleben eine halbe Million Besucher. Einen Monat später findet in Rostock vom 7. bis 10. August die 18. Hanse Sail statt. In Anlehnung an den Mannschaftsspruch „Ändere nie ein erfolgreiches Team!“ gilt hier das gleiche für die zeitliche Konstellation. Die Sail und ihre ältere, sportliche Schwester bilden eine nahezu ideale Klammer für den maritimen Rostocker Sommer. Keiner denkt ernsthaft, zum Beispiel in Anlehnung an die Kieler Woche, über eine terminliche Zusammenlegung nach. Aber ein engeres Zusammengehen bei der Organisation, beim Sponsoring oder bei der Publikumsgewinnung stehen ganz oben auf der Tagesordnung, um nicht erst, wenn die Karten neu gemischt sind, als „Doppeltrumpf“ zu stechen.
Klaus-Dieter Block
Informationen
www.warnemuender-woche.com

