Direkt zum Hauptinhalt springen

Direkt zur Hauptnavigation springen

Sail-Kolumne

18.07.2006

Schiffe, Schiffe, Schiffe ... Neuer Teilnehmerrekord zur 16. Sail

Zur 16. Hanse Sail vom 10. bis 13. August haben sich bis Mitte Juli 273 Traditionssegler, Museums- und Marineschiffe angemeldet. Von ABEL TASMAN bis ZUIDERZEE.

So viele waren es noch nie! Und bis auf den Anfangsbuchstaben X sind alle Schiffe des Alphabets dabei. Nachzulesen in der großen Schiffsliste im neuen Hanse Sail Magazin aktuell, das seit Anfang Juli auf dem Markt ist.

Immer diese Rekordsucht, mag der eine oder andere Beobachter sagen. Aber was gesagt werden muss, muss gesagt werden. Zumal mit dieser Meldung zugleich eine Reihe weiterer Signallampen aufleuchten. Zum Beispiel beim Hafenkapitän und seinem Blick auf die Liegeplatz-Kapazitäten im Stadthafen und Warnemünde. Gesucht werden pfiffige Lösungen, um nicht vor der unangenehmen Situation zu stehen, Schiffe wieder nach Hause schicken zu müssen. Freuden und Sorgen um eine ausgezeichnete Situation, um die die Hansestadt durch so manche Hafenstadt an der Ostsee oder an anderen Meeren beneidet wird.

Tatsächlich sind die Schiffe aus mehreren Jahrhunderten, die ältesten stammen aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, das Pfund, die Attraktion des großen maritimen Festes an der Warnow. Die Zahl, die Quantität der Schiffe, ist das eine. Kenner und Liebhaber schätzen vor allem auch die Vielfalt des Aufgebots auf dem Wasser, das durchaus das Prädikat "Maritime Weltausstellung" verdient. Jedes Jahr gelingt es den Organisatoren der "schönsten Wasser-Inszenierung des Jahres" neben der beeindruckenden Menge und Vielfalt noch besondere Höhepunkte zu schaffen.

So kommt zur 16. Sail die asiatische Dschunke KUBLAI'S KAHN II mit den beiden Thüringer Abenteurern Axel Brümmer und Peter Glöckner aus China via Venedig nach Rostock. Oder eine Koggenflotte mit der KIELER HANSEKOGGE, der UBENA v. BREMEN, der ROLAND v. BREMEN und der LISA v. LÜBECK bringt auf ihrem Weg nach Rostock ihre jüngste Schwester, die WISSEMARA, mit, die seit Frühjahr 2006 in Fahrt ist.

Schiffe, die vor einem halben Jahrtausend das Bild der Ostsee beherrschten. In der Begegnung mit dem Dutzend Kreuzfahrtschiffen, die während der Sail Warnemünde anlaufen, ergibt sich ein Bild, das man in der maritimen Welt nicht so oft findet.

Die Deutsche Marine wird 50 Jahre alt. Sie kommt mit zwei maritimen Repräsentanten erster Klasse: Mit der GORCH FOCK und der MECKLENBURG-VORPOMMERN. Die Schönheit der GORCH FOCK ist bekannt, das zweite Schiff "hübscht" ihr Marine-Grau traditionell zur Hanse Sail mit vielen bunten Fähnchen und freundlichen Bordempfängen auf.

Das sind die maritimen Stars. Bleiben noch über 250 Schiffe, von denen jedes für sich eine Entdeckung wert ist, wofür natürlich vier Sail-Tage nicht reichen.
Genug der Superlative! Das ist richtig. Aber wir sollten nicht vergessen, dass die Ostsee und Rostock nicht im Zentrum der Weltschifffahrt liegen. Mit dem Zentrum für Traditionssegler und Museumsschiffe sieht es schon anders aus. Und das muss auch mal so deutlich gesagt werden!

Klaus-Dieter Block