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Sail-Kolumne

20.02.2006

Hoch soll'n sie leben! Dreimal hoch!

An dieser Stelle geht es um drei bemerkenswerte Anlässe zum Gratulieren. Im ersten Fall könnten die Jubilare ihr Ständchen selbst singen, wenn es sein muss, auch á cappella. Die Rostocker Gruppe "Breitling" begeht am 19. März ihr 20-jähriges Bestehen.

1986 wurde ihre Gründung als Volkskunst-ensemble noch mit Schreibmaschine dokumentiert und es wurde die "Förderung und Pflege des traditionellen maritimen Liedgutes" festgeschrieben.

Shantys sind im Allgemeinen und an der Küste im Besonderen ein gern gesungenes und gehörtes Genre. Dieser maritime "Heimbonus" reichte den Freizeitsängern mit dem professionellen Anspruch nicht, sondern sie entschlossen sich von Anfang an konsequent, vor allem die Arbeitslieder der Seeleute auf Windjammern möglichst authentisch zu bewahren.

Und sie feilen, insbesondere unter Anleitung ihres musikalischen Leiters Siggi Weber, ständig an der qualitativen Verbesserung ihres musikalischen Reportoires, das inzwischen mehr als das maritime Liedgut umfasst. Die 15 Männer, darunter acht Gründungsmitglieder, um die beiden anderen "Chefs" Gerwald Zander und Dieter Thämlitz singen nicht nur außergewöhnlich, sondern hören auch gut.

Zum Beispiel dann, wenn das Hanse Sail-Büro ruft. So war es bei der ersten Sail im Jahre 1991 und auch in der jüngsten Vergangenheit, z.B. bei der spektakulären Schiffstaufe eines Kuhnle-Bootes in Waren auf den Namen HANSE SAIL im Frühjahr 2004 oder bei der letztjährigen Baltic Sail mit Unterstützung durch Scandlines im litauischen Klaipeda.

Im Juli wird "Breitling" die Hansestadt Rostock musikalisch im schwedischen Halmstad, dem jüngsten Mitglied in der Baltic Sail Familie, vertreten. Mehr als ein Dutzend Mal im Jahr waren und sind sie in der Regel unterwegs. Von den  21. Arbeiterfestspielen 1986 in Magdeburg oder der 750-Jahrfeier Berlins 1987 über einen Auftritt in unsicheren Wendezeiten im März 1990 in Prag bis zu regelmäßigen Vorstellungen auf dem Internationalen Festval of Seamusic in Wilhelmshaven, auf ähnlichen Festivals im belgischen Leiden oder in Portsmouth und Liverpool. Redakeure vom NDR oder vom ZDF "bauen" die Sänger gern in ihre maritimen Sendungen ein.

Ob Robert Rosentreter, promovierter Historiker und Volksmarineoffizier a.D., gut singen kann, wissen wir nicht. Fest steht allerdings, dass er außergewöhnliche Qualitäten im Reden und Schreiben hat. Seit zehn Jahren informiert er während der Hanse Sail als Chef und Akteur der Moderatorengruppe über den Streckenfunk über die Ereignisse auf und am Wasser, kennt jedes Schiff und alle Details von der Mastspitze bis zum Kiel.

Rosentreter gehört darüber hinaus zu den langjährigen "Hausautoren" der Hanse Sail, ob in den Magazinen, in den Bulletins während des maritimen Volksfestes oder ganzjährig in den Tageszeitungen der Region.
Dass er nicht nur über erstaunliche "maritime Speicherkapazitäten" verfügt, hat er kürzlich mit seiner Buchveröffentlichung über die 40-jährige Geschichte Hansa Rostocks (gemeinsam mit Günter Simon) bewiesen. Robert Rosentreter wird am 11. März 75 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!

Der Leiter des Hanse Sail-Büros, Holger Bellgardt und GREIF-Kapitän Wolfgang Fusch weilten Mitte Februar auf Einladung des Oberbürgermeisters in Klaipeda. Der Hansestadt Rostock wurde in einem feierlichen Akt die Ehrenfahne der litauischen Hafenstadt übergeben, als Dank für das große Engagement der Rostocker und insbesondere des Sailbüros für die Unterstützung bei der Organisation der Traditionsseglertreffen im Rahmen der Baltic Sail.

Die Ehrenfahne ist ein schönes Symbol für einen frischen Wind in der Kooperation mit den jungen EU-Ländern. Und sie gehört - siehe oben - auch ein bisschen der Gruppe "Breitling".

Klaus-Dieter Block