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Sail-Kolumne

20.11.2006

Abenteuerliche Hanse Sail

Hafenstammtisch mit Arved Fuchs und eine Einladung, selbst Abenteurer zu werden

Ein Abenteuer, so erfahren wir im Internet-Lexikon „Wikipedia“, ist eine risikoreiche Unternehmung, die sich meistens stark vom Alltag unterscheidet. „Bei einem Abenteuer existieren Risiken und Gefahren, die den Verlauf spannend und den Ausgang ungewiss gestalten.“

Die Hanse Sail unterscheidet sich tatsächlich vom Alltag, schließlich ist es ein schönes maritimes Fest. Aber der Ausgang ist in der Regel nicht ungewiss, auch wenn die „Gastlichen Mecklenburger“ am Sail-Sonntagabend die Skipper und Crews zum Essen und Trinken einladen.

Aber ist die Rostocker Sail ein Abenteuer? Für viele Besucher schon und 2006 war das Büro Hanse Sail an Abenteuern und Abenteurern so nah dran, wie selten zuvor.

Ein Abenteuer findet im Baltic Point Warnemünde am Weihnachtsstammtisch, der traditionell für einen prominenten Gast reserviert ist, statt. Am 15. Dezember 2006 wird der Polarforscher Arved Fuchs ab 19 Uhr auf dem weihnachtlich geschmückten Podium im Mittelpunkt stehen. Nach einer einführenden Talkrunde hält Fuchs seinen 90-minütigen Vortrag „Nordwestpassage – Der legendäre Weg durchs Eis.“

Der Bad Bramstedter Arved Fuchs (53) gehört zu den zeitgenössischen Pionieren, die alte Wege nachempfinden und neue erkunden – und zwar vor allem mit dem Schiff. Nach der erfolgreichen Bezwingung der Nordostpassage hatte Fuchs von 2002 bis 2004 mit seinem Haikutter DAGMAR AAEN von Alaska aus den Nordpol komplett umrundet.

Diese Expedition ist ebenso der Gegenstand des Abends wie der Rückblick auf das Jahrhunderte lange Ringen vieler berühmter Seeleute und Polarforscher, diesen legendären Seeweg zu bezwingen.

Ein Schiff aus tropischen Gefilden, die KUBLAI’S KAHN II, hat 2006 zur 16. Sail für außerordentliches Aufsehen gesorgt und wird auch 2007 in der Ostsee segeln. Die beiden Abenteurer Axel Brümmer und Peter Glöckner aus dem thüringischen Saalfeld hatten auf Marco Polos Spuren von Venedig aus China mit dem Fahrrad erreicht und waren mit der asiatischen Dschunke via Venedig nach Rostock gesegelt. Ein Fünf-Jahres Abenteuer.

Vor dem nächsten, der Rückreise in das Reich der Mitte via Rio de Janeiro zum Karneval, ist zunächst Schiffsalltag angesagt. Die KUBLAI’S KAHN überwintert in Kröslin in der Nähe von Greifswald. Die Crew kümmert sich um notwendige Reparaturen und um die Vorbereitung auf die nächsten Aktionen. Ein Crew-Mitglied, Felipe Caruso aus Brasilien, schreibt in einer Rundmail: „Es ist nur eine Pause ... Ein tropisches Boot sollte nicht in der Baltischen See frieren und dort bleiben. Heißes Blut fließt durch seine Venen und der Wind weht für die roten Segel. Wir müssen weitermachen.“

Mitstreiter werden gesucht. Zunächst für die nötigen Wartungsarbeiten in Kröslin, ab Frühsommer bei den Segeltörns in der Ostsee und bei den Hafenfesten der Baltic Sail und ab August auf der Tour nach Cabo Verde/Afrika. Das ist tatsächlich eine offene Einladung zu einem wirklichen Abenteuer. Voraussetzung hierfür ist allerdings keine Scheu vor den Mühen des Alltags.

Klaus-Dieter Block