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Sail-Kolumne

16.03.2010

Was sagen die Leute über die Sail?

„Segui il tuo corso, e lascia dir le gentil!“ – „Geh Deinen Weg, und lass die Leute reden!“ Der Leitspruch von Dante kann durchaus ein praktisches Lebensprinzip sein. Für die Hanse Sail gilt er in einer Hinsicht nicht. Es ist schon wichtig, zu wissen, was die Leute über die Sail sagen, um die Veranstaltung nicht an den Interessen der Besucher „vorbei zu organisieren“.

Und so gibt es durch die Organisatoren der Hanse Sail seit langem das Bemühen, die Meinungen der Sailgäste, der Skipper, Crews, der Marktakteure und der Besucher aus ganz Deutschland und dem Ausland zu erfassen und daraus Feinjustierungen des maritimen Festes abzuleiten. Mehr als zwei Dutzend Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten von Absolventen der Universitäten und Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus hatten bisher die Hanse Sail zum Thema.

Die Soziologiestudentin an der Universität Rostock Jenny Gentz ist im Frühjahr 2009 als Praktikantin in die Sailorganisation eingestiegen und konnte sich so auf der Suche nach einem Thema für ihre Masterarbeit langsam an ihren Gegenstand herantasten.

Unter der Überschrift „Pilotstudie einer Besucherbefragung der Hanse Sail Rostock unter freizeitsoziologischen Gesichtspunkten“ hat die 26-jährige Rostockerin auf knapp 140 Seiten ihre Erkenntnisse zusammengetragen. Und da Soziologen in der Regel und gern mit empirischem Material arbeiten, stand am Anfang die Befragung von knapp 500 Sailbesuchern über das Internet. Das ist in unseren befragungsinflationären und entsprechend misstrauischen Zeiten bereits eine sehr gute Basis für weitere Schlussfolgerungen.

Aber die Soziologie verfügt über einen stattlichen Werkzeugkasten mit sozialempirischen Methoden und so hat Jenny Gentz in Kombination mit den Befragungsergebnissen letztlich sechs spezielle Besuchergruppen heraus kristallisiert – vom vorrangigen Mitsegler bis zum Marktbesucher. Und vieles kreuz und quer, aber systematisch in Beziehung gesetzt zu den Freizeitgewohnheiten, zum Bildungsgrad, zum Beruf und zum Einkommen.

Erstmals ist nicht der „durchschnittliche“ Sailbesucher Gegenstand einer Untersuchung, sondern eine spezielle Gruppe, in der fast 85 % einen Mitsegeltörn gebucht und wahrgenommen haben, vorrangig Besucher mit einem guten Bildungs- und Einkommensgrad. Pilotstudie meint, dass die Autorin den Anfang einer Untersuchungskette beispielhaft liefert, der in den kommenden Jahren weitere Glieder folgen werden. Das „dicke Brett“, das bei weiteren Arbeiten zunächst durchbohrt werden muss, hat Jenny Gentz geliefert.

Einige Ergebnisse aus dieser ersten Befragungsgruppe liegen auf dem Tisch: Knapp 76 % der Befragten haben einen positiven Gesamteindruck von der Sail, 22 % sehen sie „eher positiv“ und 2,5 % „eher negativ bis negativ“. Das Spektrum des Interesses an der Hanse Sail ging von „Schiffe gucken“ (87,5 %), Mitsegeln/Mitfliegen (83 %) über das Feuerwerk (32 %) bis zum Markt (24,3 %).

55 % der Befragten hielten sich vorrangig im Stadthafen auf, 45 % in Warnemünde. Kritik ging vor allem in Richtung Markt, bei dem sich die Mehrzahl ein maritimeres Ambiente wünscht.

Der Samstag ist der begehrteste Sailtag, gefolgt vom Freitag, Sonntag und Donnerstag. Der Mittelwert der Ausgaben der Befragten lag bei 246,97 Euro. Hauptinformationsquelle über die Sail ist inzwischen das Internet, das 61,3 % der Befragten nutzte, davon hauptsächlich die Internetseite des Sailbüros www.hansesail.com (68,8 %). Printerzeugnisse und die Tagesszeitungen folgen mit 48,4 % und auch das „Hören & Weitersagen“ im Bekannten- und Verwandtenkreis hat mit 20 % einen beachtlichen Informationswert.

Seit der 1. Hanse Sail arbeiteten knapp 300 Praktikanten, so auch aus Russland, Polen, Kasachstan, aus Togo, dem Irak, den USA und China, mit einer Einsatzzeit von rund 800 Monaten im Sailbüro oder im Verein. Auch hier wirkt der „Hören & Weitersagen-Effekt“:

„Bei der Hanse Sail gibt’s auch wissenschaftlich gut zu tun.“

Klaus-Dieter Block




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– MITSEGELN –
während der Hanse Sail 2012

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