Sail-Kolumne
Schwarz-weiße Perspektiven
Es segelt zusammen, was zusammengehört. Und das mit Volldampf!

Aktive und Besucher der WARNEMÜNDER WOCHE werden sich bei der 73. Auflage des Seglerfestes vom 3. bis 11. Juli 2010 vielleicht wundern, wenn sie schon von weitem die Rauchfahne des fast 80-jährigen Dampfeisbrechers STETTIN sehen. Was hat dieser durchaus reizvolle Koloss mit den eleganten Segelwettbewerben vor Warnemünde zu tun?
Die Rauchfahne setzt ein Zeichen. Der schwarze Dampfeisbrecher mitten im Eldorado des weißen Sports ist ein Symbol. Das letzte funktionsfähige Exemplar seiner Art gehört ansonsten zum Stammgast der Hanse Sail Rostock und zwar ununterbrochen seit 1991.
Nein, es muss kein Eis zwischen dem Rostocker Stadthafen, speziell dem dort ansässigen Hanse Sail Büro, und den Organisatoren der WARNEMÜNDER WOCHE am Alten Strom im Seebad gebrochen werden. Das gab es nie und die gegenseitigen Kontakte und Unterstützungen, z.B. bei Hanse Sail Regatten, auf Messen oder in den letzten Jahren verstärkt bei der Organisation des Land- und Kulturprogramms in Warnemünde waren immer da.
Der Durchbruch zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit zwischen den beiden Segelveranstaltungen und Volksfesten ließ allerdings lange auf sich warten. Im Vorfeld der 20. Hanse Sail, also im Jubiläumsjahr des maritimen Festes, kann er tatsächlich erreicht werden.
Der Kurs ist durch personelle und organisatorische Entscheidungen der Hansestadt und der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde abgesteckt, so durch die Einstellung eines Segel- und Organisationsexperten im Frühsommer 2010, auch als Verbindungsmann zwischen Sailbüro und WARNEMÜNDER WOCHE, oder durch die ganzjährige Neuordnung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Warnemünde.
„Volldampf“ ist gefragt. Nun wird es allerdings keine organisatorischen Schnellschüsse in der Form geben, dass es ab 2011 die WARNEMÜNDERSAILHANSEWOCHE gibt oder dass in Anlehnung an die Kieler Woche die Sport - und die Traditionsseglerveranstaltung terminlich zusammengelegt werden.
Aber eine Inventur bei der Organisation bei den beiden Veranstaltungen und die Suche nach Synergien und modernen Organisationsstrukturen stehen in den nächsten Wochen und Monat im Hausaufgabenheft der Rostocker und Warnemünder. In den letzten Jahren hat sich rund um die WARNEMÜNDER WOCHE eine außerordentliche, oft ehrenamtliche Organisationskompetenz in zahlreichen Vereinen entwickelt.
So organisiert der Warnemünder Segel-Club mit Unterstützung weiterer Segelvereine aus Warnemünde, Rostock und aus ganz Deutschland die Regatten. Für das Land- und Kulturprogramm zeichnen u.a. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde, der Faschingsclub der IHS „Die Macher“, der Kreishandballbund Rostock-Stadt, der LT-Club Rostock, die Warnemünder Trachtengruppe und schließlich der Kongress- und Veranstaltungsservice Rostock verantwortlich. (www.warnemünder-woche.com)
Anfang Juli entsteht so ein Programm, das mittlerweile 700.000 Besucher anzieht, denen 2.000 Segler in rund 25 Bootsklassen spannende Wettkämpfe auf der Ostsee bieten und die in Warnemünde „De Niege Ümgang“ in historischen Kostümen, das 15. Drachenbootfestival oder das größte Beachhandballturnier Deutschlands erleben können.
WARNEMÜNDER WOCHE und die Hanse Sail Rostock können in Zukunft die Klammern für einen MARITIMEN HOCHSOMMER bilden, in dem Touristen und Gäste der Hansestadt aber auch die Rostocker selbst innerhalb von mehr als fünf Wochen ein Spektrum an sportlichen und historischen Seglern, Museumsschiffen, Fähren oder Kreuzliner, also eine maritime „Weltausstellung“ erleben, wie es in dieser kompakten Form weltweit selten ist.
Das Zusammenspiel von „schwarz“ und „weiß“, wie die Präsenz der STETTIN in der Seglerhochburg Warnemünde, ist nicht nur ein amüsantes maritimes Bild, sondern bringt Attraktivitätsvorteile für die Segelenthusiasten, wenn sie von Bord des Dampfeisbrechers die Segelwettkämpfe, die ansonsten mitunter „weit weg“ sind, erleben können.
Klaus-Dieter Block
– MITSEGELN –
während der Hanse Sail 2012
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