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Sail-Kolumne

17.03.2011

Maritimer Hochsommer 2011 mit „Verlängerungen“

„Maritimer Hochsommer in Rostock & Warnemünde“ ist seit 2010 ein touristischer Begriff, der im Kern die Wochen zwischen der Warnemünder Woche Anfang Juli und der Hanse Sail Rostock am 2. August-Wochenende meint. Das ist eine Zeit, in der die maritime Angebots- und Erlebnisdichte für Touristen und Einheimische in der Hansestadt und ihrem Seebad außerordentlich hoch ist. Über „Verlängerungen“ des „Maritimen Hochsommers“ in den Lenz, in den Frühsommer und in den Herbst sprach Klaus-Dieter Block mit dem Leiter des Büros Hanse Sail, Holger Bellgardt (Foto).

Nach dem langen Winter gibt es in Rostock traditionell rund um den 1. Mai den maritimen Saisonauftakt. Was passiert hier in diesem Jahr?
Die Rostocker Segelsaison wird, wie bereits im Vorjahr, mit einer Schoner-Regatta von Rostock nach Gedser und zurück eröffnet. 2010 hatte die Schonerbrigg „Greif“ aus Greifswald dem Rostocker Bramsegelschoner „Santa Barbara Anna“ das Nachsehen gegeben. Die Crew um Kapitän Schumacher will in diesem Jahr das Rennen siegreich gestalten. Gegner ist der 2-Mast-Toppsegelschoner „J. R. Tolkien“ aus Amsterdam. Während auf der Tour nach Gedser am 30. April mehr als 50 Journalisten aus ganz Deutschland die Besatzungen verstärken, werden für die Rückfahrt am darauf folgenden Tag noch Mitsegler gesucht. Die Anreise erfolgt mit der Scandlines-Fähre am Abend vorher (mit Übernachtung an Bord der Schoner) oder am Morgen des 1. Mai. (Informationen & Buchung: hansesail.com).

Im Jahre 2010 hatte sich der schwarze Dampfeisbrecher „Stettin“ unter die weißen Sportsegler in Warnemünde „gemischt“. Wird es in diesem Jahr etwas Ähnliches geben?
Ja. „Mächtig gewaltig, Egon!“ So in etwa werden es Einheimische und Besucher des Seebades Warnemünde wohl empfinden, wenn Ende Mai (28.-30.5.) und Anfang Juni (3.-5.6.) das größte traditionelle Segelschiff der Welt, die 1921 in Kiel als „Magdalene Vinnen“ gebaute und heute unter russischer Flagge betriebene 4-Mast-Bark „Sedov“, an der Warnow-Mündung festmacht. 117,5 Meter lang ist der Windjammer. Mit einer Port-Party soll der 90. Geburtstag des Schiffes am 4. Juni gefeiert werden. Auch die um drei Meter kleinere und fünf Jahre jüngere „Kruzenshtern“ (ex. Padua) aus Kaliningrad kommt noch vor der Hanse Sail nach Rostock, um hier ihren 85. Geburtstag zu feiern. Am 8. Juli wird der letzte der legendären „Flying P-Liner“ Rostock ansteuern und mit Sicherheit das größte „Boot“ der 74. Warnemünder Woche sein.

Ein anderer Geburtstag ist bereits im Juni mit schönen Neuigkeiten verbunden …
Der 24. Juni ist der Stadtgeburtstag Rostocks, das 1218 gegründet wurde. Gleich 13 neue Boote sollen aus diesem Grund in Dienst gestellt werden: Segeljollen vom Typ „Optimist“. Sie werden auf die Namen von Rostocker Partnerstädten getauft und dem Segelnachwuchs zur Verfügung gestellt. Mit einer Fleet-Race im Rostocker Stadthafen werden die Schiffe das erste Mal einem Härtetest unter Wettkampf-Bedingungen unterzogen.
Vom 23. bis 26. Juni finden dort auch die Deutschen Meisterschaften im Freiwasser-Schwimmen statt, und das mit internationaler Beteiligung. Zuschauer können die auf einem Rundkurs stattfindenden Wettkämpfe hautnah miterleben.

Zuschauernähe ist auch beim Saison-Abschluss garantiert?
Ja. Hier finden die Deutschen Meisterschaften im Match-Race statt. Im Rostocker Stadthafen geht es vom 30. September bis zum 2. Oktober bei Rennen Boot gegen Boot um Medaillen und Titel. Und garantiert nochmals hoch her.

Die Mitarbeiter des Hanse-Sail-Büros richten ihre Blicke aber nicht nur auf See?
Richtig. Anfang August, unmittelbar vor der 21. Hanse Sail, wird die Schmalspurbahn „Molli“, die Bad Doberan mit den Seebädern Heiligendamm und Kühlungsborn verbindet, 125 Jahre alt. Und spannend geht es dann auch dort zu. Auf der ältesten Trabrennbahn Deutschlands direkt an der „Molli“-Bahnstrecke. Vom 4. bis 7. August stehen mit dem Ostsee-Meeting wieder Doberaner Renntage an. Das Hanse-Sail-Büro sucht gegenwärtig noch einen Sponsor, um erstmals einen Preis zu stiften: den „Seepferdchen-Pokal“.

Viel Glück dabei und vielen Dank für das Gespräch.

Klaus-Dieter Block
Foto: Lutz Zimmermann




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